„SCHMACHT“

– Ein satter Abend

BULLEMÄNNER-SCHMACHTIn Westfalen, der Heimat der Bullemänner, tut sich Weltbewegendes! Was? In der Provinz? Ja sicher! Wer hatte jemals von Nazareth gehört, bevor Jesus dort aufkreuzte? Vom Arsch der Welt bis zum Nabel des Universums ist es nur kurz um die Kurve. Das Campingparadies in der Pampa – neudeutsch „Nischengegend“ – wird zur Erstaufnahmeeinrichtung für junge Flüchtlinge. Platzwart Karl Faktor hat 14 Nationen auf dem Platz – drei mehr als Yogi Löw. Und sein Motto lautet: „Keine Verhätschelung bei der Integration – den Fehler haben wir bei den Ossis gemacht!“

Die Bullemänner haben Geschichten aus dem Alltag auf der Pfanne – aus Getränkeshop, Doppelhaushälfte und Ackerfurche. Manche entpuppen sich als echte Königsdramen, die sich Shakespeare nicht besser hätte ausdenken können: Das große Bangen vor dem Schützenfest – es kann ja nur einer regieren. Meistens will auch nur einer. Aber das Drama, wie der das dann erleidet, was er nicht erkämpfen musste, das ist ganz großes Gefühlskino! Und erst der Blick der Bullemänner hinter die Hecke: Wäre Europa im Umgang mit den Flüchtlingen nicht ein Stück entspannter, folgte es dem westfälischen Motto: „Wat kommt wird gewickelt“ ?

Das 13. Programm von Augustin Upmann, Heinz Weißenberg und der „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba ist vielleicht ihr persönlichstes – sehr komisch, sehr philosophisch und sehr bekloppt: Weißenberg besingt den Apfelstrudel der Vergeblichkeit, Svoroba schmettert als hinterhältige Klobürste Opernarien und wenn Upmann sich an seine Kindheit erinnert, wird sogar ein Plumpsklo zu einem Ort voller Po-esie.

„Schmacht“ ist ein Mix aus Musik, Comedy, Kabarett und Theater. Mit zarten Filetspitzen, deftiger Hausmannskost, satirischen Sahneschnittchen und sinnfreiem Quatsch mit Sauce:  – abwechslungsreich, prall und saukomisch. „Ein Abend, der dem Zuschauer Schmacht nach mehr macht! (Münsterland Zeitung 28. 11. 2016)

„Schmacht“ – nichts für Kostverächter!

                  

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