„Muffensausen“

„Muffensausen“ ist Kabarett so richtig zum reinsetzen: echte Komikerköppe und keine angefressenen Politikgesichter, wo man denkt, der Buchsbaumzünsler hat sein Revier gewechselt.
In ihrem 14. Bühnenprogramm pflügen die beiden Komiker aus Westfalen und ihre ukrainische Tastenfachkraft durch’s Leben: Abwechselungsreich und mit schnellen Rollenwechseln. Muffensausen ist die Gesichtskirmes in Suchtdrup am Wörtersee – musikalisch, poetisch, politisch, phisolophisch und bekloppt – pure Vernunft ist schließlich keine reine Freude, und Durst wird durch Bier erst schön.

Die Politik verordnet der Heimat, diesem Mysterium, jetzt sogar ein Ministerium. Warum fragt man nicht einfach die Bullemänner? Sie sind schließlich Experten: Probleme mit der Heimat? Die ganze Welt ist doch voll damit: Wo immer man auch hinkommt, da war schon einer, der da wegkommt. Sogar Treibgut hat eine Heimat. Heimat ist da, wo die Rechnungen ankommen. Und die beste Heimat taugt nix, wenn man da kein Netz hat! Gegen leitkulturelle Kreuzzugsgedanken setzen die Bullemänner ein westfälisches „Wat kommt, wird gewickelt!“

Die Bullemänner sind Schlickefänger mit Niveau. Mit vielen Gesichtern, aber alle unter einem Hut – aus dem auch noch richtig was gezogen wird: Ärztemangel auf dem Land? Lassen wir doch Quereinsteiger zu – eine abgeschlossene Metzgerlehre sollte reichen.
Und wenn sich immer mehr Frauen beklagen, dass die Männer aus dem Internet gar nicht wieder rauskommen: Ab in’s Kabarett.

Die Bullemänner Augustin Upmann und Heinz Weißenberg erblickten das funzelige Licht Westfalens in der Münsterländer Senke – einer Landschaft, die von Geologen als „Geländedepression“ bezeichnet wird. Die Pianistin Svetlana Svoroba stammt aus Tschernigov bei Tschernobyl – im Leben ist eben nicht immer alles California.

 

Pressebilder download